Von Katastrophen im Urlaub

Da bin ich wieder. Mein Urlaub war die reinste Katastrophe. Alles fing damit an das mein Best Buddy und ich den Urlaub im Schwarzwald absagen mussten weil ich früher als geplant zu meiner Mutter musste. Mein Bruder hatte einen Arzttermin organisiert was dort gar nicht so einfach ist und aber dann verpeilt das er an diesem Tag gar keine Zeit hat. Ich bin also mit einer Mitfahrgelegenheit hoch gefahren um den Termin wahr zu nehmen. Alles in allem war es aber unnötig da die Ärzte zu diesem Zeitpunkt immer noch nur Vermutungen hatten aber keine Diagnose! Meine Mutter war etwas verwirrt aber so allgemein sah ihr Zustand jedoch vielversprechend aus.

Im Hinterkopf war mein kaputtes Auto: Das stand noch vor meiner Haustür im Badischen Land. Der Plan: Mein Buddy kommt einen Tag später zu mir hoch und ich lasse das Auto im Osten günstiger reparieren. FAIL!  Am Reiskirchener Dreieck fing an ihm das Auto unterm Arsch weg zu sterben. Er schaffte es noch zu einem Autohof. Dann ging gar nichts mehr. Er natürlich nicht beim ADAC. Ich mich in Mama ihr Auto gesetzt und 3 Stunden da runter gefahren. Hab die Gelben Engel angerufen und Diagnose: Lichtmaschine. Ganz großes Kino. Das Auto wurde dann Nachts zu einer BMW Werkstatt nach Gießen gefahren. Dann hatten wir überlegt was wir machen. Dort ein Hotel suchen. Ins Badische zurück fahren oder wieder hoch in den Osten. Wir haben uns für den Osten entschieden. Da kamen wir dann morgens kurz nach 4 Uhr an. Nach kurzem schlechten Schlaf rief ich dort in der Werkstatt an und erfragte einen Preis. Ich rief noch freie Werkstätten an ob jemand das Auto holt und machen würde. Aber niemand hatte Interesse. Ich hab das Auto dann bei BMW machen lassen… Also nur die Lichtmaschine. Montags hat mein Buddy das Auto geholt und ist dann zu dem Typ gefahren der mir die Karre reparieren wollte. Die Tage bis Montag machten wir uns eine schöne Zeit und besuchten meine Mutti ziemlich oft.

Eine Woche später, wieder Montags. Ich hätte arbeiten gemusst hab aber noch 2 Tage Urlaub dran gehängt. Der Typ hatte das Auto immer noch nicht fertig gemacht. Eigentlich musste nur die Kupplung gemacht werden. Aber es kam dann doch ganz Dicke: Dienstag Mittag stellte man fest das im Getriebe noch mehr kaputt war weil Motorenöl darein lief. Eine Dichtung war kaputt. Diese hatte aber niemand Vorrätig in der Region. Ich keine Ahnung gehabt wie ich zurück nach Hause kommen sollte. Zug zu teuer, keine Mitfahrgelegenheit gefunden.  Also wieder auf Arbeit angerufen. War mir so peinlich. Jetzt hab ich nur leider keinen langen Weihnachtsurlaub mehr.  Die Reparaturkosten des Autos betragen mit der Lichtmaschine ein paar Tage vorher… Achtung hinsetzen: 1800€. Zum Glück konnte ich mir das Geld erst mal von meiner Oma leihen.

Bei meiner Mutti gab es dann noch einen Rückschlag. Montags hatte sie infolge einer Untersuchung am Hirn nochmal 2 Schlaganfälle -.- Es wird nun wieder dauern bis sie fit für die Reha ist. Voraussichtlich noch weitere 2 Wochen Krankenhaus stehen auf dem Plan. Die gehört da schon bald zum Inventar.

Die Demenz wurde nun doch wieder Verworfen. Die vielen kleinen diagnostizierten Schlaganfälle der Vergangenheit sind Schuld. Die kommen vermutlich von der unbehandelten Diabetes und dem hohen Blutdruck. Wär sie doch nur mal zum Arzt gegangen. Ein gutes hat der inzwischen 5 Wöchige Klinikaufenthalt eventuell. Mutti hat dort einen echt tollen netten Mann kennengelernt. Mal schauen vielleicht wird was draus. Das kann sie gebrauchen! Also den Segen von mir und meinem Bruder hat sie schon für den Typ bekommen.

Wann gibt man auf?

So langsam weiß ich auch nicht mehr weiter. Meine Mutter hat sich total aufgegeben, das Krankenhaus gibt widersprüchliche Anhaben. Nach Rückfrage an die Krankenkasse können wir sie da nicht rausholen einfach.

Nach nun 3 Wochen hieß es ja erst Diagnose Demenz. Einen Tag später, nach einer endlos schlaflosen Nacht eine andere Diagnose: Sie hätte mehrere Schlaganfälle gehabt. Warum zum Teufel erkennt man das erst 3 Wochen später? Ich würd diesen Scharlatanen am liebsten den Hals umdrehen.

Jeden Tag ruft Mutti an, Sprachstörungen, Seelenlos, Antrieblos. Sie hat sich aufgegeben. Ich kann nicht mehr. Ich mag nicht mal mehr mit ihr reden weil die „Gespräche“ enden immer nur damit das ich sie anmotze. Sie erzählte mir man hätte heute sie Bilder malen lassen und irgendwelche Weltgeschichten durchgeredet. Als ich fragte weswegen man das machte kam wie immer nur: Weiß ich nicht.

Sie interessiert es nicht mal mehr was man mit ihr macht. Sie wird wohl auch noch Operiert, aber wie immer.. Sie weiß nicht wann und warum. Sie konnte mir nicht mal sagen wo sie operiert wird. Sie meint sie hat das Gefühl man nimmt sie als Forschungsobjekt. Aha. Aber wehren tut sie sich nicht.

Niemand in ihrem Umfeld mehr inklusive meinem Bruder und mir können noch.

Eigentlich wären wir gestern in den Urlaub gefahren, haben wir storniert, fahre morgen zu Mutti. Hab mit meinem Bruder Donnerstag einen Termin beim Arzt.

Und mein Auto ist immer noch kaputt!

Familäre Katastrophe

Eine ganze Weile hab ich nun nichts von mir hören lassen… Eigentlich gings mir soweit auch gut, und  an sich gehts mir auch gut so im allgemeinen könnte ich nicht klagen. Dennoch gehts mir im Moment doch nicht so toll. Vor ca. 3 Wochen rief mich meine Mutter am späten Abend an, noch bevor ich abgenommen hab wusste ich das was nichts stimmt. Sie lallte am Telefon das es ihr nicht gut geht. Das sie mit dem schlimmsten rechnet, das ich ja einen Schlüssel hab für den Fall der Fälle… By the way… Ich wohne 500km weit weg.

Ich also meinen Bruder angerufen ihm alles geschildert, er ist zu ihr hingefahren und hat sie ins Krankenhaus gebracht. Dort ist sie nun auch seither. Erst auf der Inneren Medizin, inzwischen auf der Neurologie. Man hatte einen sehr hohen Blutdruck diagnostiziert und herausgefunden das die Zucker hat. Das wars aber auch für den Moment. Nach etlichen Untersuchungen wurde sie dann eben verlegt. Sie selber ist immer noch neben der Spur. Am Telefon sagt sie ständig das alles vorbei ist, sie muss ins Pflegeheim. Wenn man sie fragt was die Ärzte denn sagen heißt es immer nichts oder die würden behaupten sie wäre vergesslich. Am Rande, meine Mutter ist .

Sie ruft tagsüber ständig an, ich mein ich geh Arbeiten ich kann nicht telefonieren. Mein Bruder macht das selbe mit nur das er auch noch die ganze Zeit ständig bei ihr vorbei fährt, sie will jeden Tag Wäsche gewaschen haben etc. Er will sich jetzt auch mal mit einem Arzt die Tage unterhalten was eigentlich los ist. Genaues wissen wir immer noch nicht. Wir tippen auf eine schwere Depression. Wir hoffen es auch.

Bei ihr steht noch eine Hirnwasseruntersuchung an, ich hoffe das geht auch alles gut.

In 2 Wochen fahre ich selber hin, hab aus meiner einen Woche Urlaub jetzt mal 2 gemacht. Nächste Woche fahre ich ja ein paar Tage weg, ich hoffe ich komm da auch mal ein bisschen runter. Mich nimmt das alles mit. Was mich aber auch fertig macht ist das es mir nicht so nahe geht. Ich habe die letzten Tage auch viel überlegt warum das wohl so ist. Vielleicht fehlt mir dann doch die Bindung an sie als Mutter?! Ich mein immerhin ist sie weg als ich noch echt jung war. Sie war auch immer mehr Freundin wie Mutter. Schon komisch. Jedenfalls stresst mich die ganze Situation unheimlich doll.

Jetzt ist auch noch mein Auto kaputt, das passt ja alles wunderbar!